Suchtprävention
Süchte haben viele Gesichter und es gibt unterschiedliche Gründe dafür, warum Menschen zu Suchtmitteln, wie Drogen, Alkohol oder Medikamenten greifen. Oftmals versuchen sie, ihren Alltag und daraus resultierende Probleme innerhalb ihres sozialen Umfeldes zu bewältigen. Wie stark ein Mensch suchtgefährdet ist, hängt dabei von ganz individuellen Faktoren, wie Lebensstil, Gewohnheiten, Stress oder der eigenen Gesundheit ab. Suchtgefährdungen und -erkrankungen betreffen darüber hinaus auch unabhängig vom Geschlecht alle gesellschaftlichen Schichten und alle Altersgruppen.
Riskanter Konsum von Alkohol, illegalen Drogen oder Medikamenten aber auch Kauf- und Spielsucht macht deshalb auch nicht vor den Eingangstüren von Unternehmen oder Behörden Halt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Medizinischen Dienst Nordrhein sind davon nicht ausgenommen.
Meistens wissen die Kolleginnen und Kollegen zuerst Bescheid, wenn in ihrem beruflichen Umfeld jemand Suchtprobleme bekommt oder bereits hat. Spannungen und Belastungen wirken sich auf die Zusammenarbeit aus. Durch sinkende Arbeitsleistung, Fehler und sogar Unfälle sowie häufige Fehlzeiten entsteht schlechte Stimmung im Team. Oft werden dabei aber latent wahrgenommene Auffälligkeiten tabuisiert. Schamgefühle, Unsicherheiten, Ängste, etc. mögen dies begründen. Eine Suchtgefährdung oder -erkrankung oder anderes suchtbedingtes Verhalten ist jedoch keine Frage von Willen bzw. Willensschwäche. Es handelt sich um Gefährdungen und Erkrankungen, welche fachkundiger Begleitung und/oder Behandlung bedürfen. Da sich Abhängigkeitserkrankungen allmählich entwickeln und oftmals erst dann wahrgenommen werden, wenn daraus psychische, physische und/oder soziale Konsequenzen resultieren, gehört eine frühzeitige und konsequente Intervention bei ersten Auffälligkeiten mit zu den wirksamsten Schritten zur Prävention und zu konstruktiven Lösungen von Suchtproblemen. Auch im dienstlichen Kontext kann es z. B. in Form von Leistungsmängeln und Verhaltensauffälligkeiten zu Beeinträchtigungen kommen. Ein offener und ehrlicher Umgang damit, sowie die unmittelbare Ansprache durch Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte sind dann notwendig.
Als betrieblicher Suchtbeauftragter des Medizinischen Dienstes Nordrhein biete ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meine Unterstützung bei der Suchtprävention und –bewältigung an.
Seit mittlerweile mehr als 10 Jahren bin ich leidenschaftlich gern und motiviert im Medizinischen Fachbereich Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik verankert. Zuvor war ich 21 Jahre in der stationären Psychiatrie tätig, die letzten 16 Jahre davon als fachpflegerische Stationsleitung einer Qualifizierten Entgiftungsstation für Alkohol und Medikamente.
- Konzeption und Begleitung einer Dienstvereinbarung über den Umgang mit suchtgefährdeten und suchtkranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Medizinischen Dienst Nordrhein
- Beratung aller suchtgefährdeten und suchtkranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Führungskräften im Umgang mit diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- Unterstützung aller suchtgefährdeten und suchterkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Annahme von Hilfsangeboten und die Vermittlung in externe Facheinrichtungen
- Wahrung der Schweigepflicht in allen Belangen als Suchtbeauftragter des MD Nordrhein
- Zusammenarbeit mit den jeweils zu beteiligenden Personen, z. B. Führungskräfte, Vorstand, Personalrat, BEM
- Mitwirken an Maßnahmen der betrieblichen Suchtprävention in Zusammenarbeit mit dem BGM
Infomaterial zum Thema Sucht/Suchtprävention
Eine vertrauliche E-Mail an den Suchtbeauftragten können Sie per Suchtbeauftragter(at)md-nordrhein.de senden.