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Auslandsbehandlung "LION-OP"

Methode

Auslandsbehandlung "LION-OP"
"Possover International Medical Center, Endometriosezentrum -
Klinik Hirslanden - Zürich                                                                                                          

OPS ./.
Indikation Neurogene Blasen- und Mastdarmentleerungsstörung
ICD

N 31 Neurogene Blasenentleerungsstörung

K 59.2 Neurogene Darmstörung, anderenorts nicht klassifiziert

N 80 Endometriose
Oberkategorie Therapie
(Haupt-)Fachgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Zuständigkeit in NR

ASP Methodenbewertung

in Absprache mit Gynäkologen
Datum Erstellung 07.08.2017
Dokumentenart Beispielgutachten aus Juli 2017
Autor Meike Hansen/Dr. Olaf Weingart
Datum der letzten Bearbeitung 03.08.2017
vorhandene Dokumente
Kurzbeschreibung

Das Verfahren wird gelegentlich bei „Therapieresistenten“ meist mit von Schmerzen begleiteten neurogenen Blasen und Darmentleerungs-störungen beantragt.

Eine Blasenentleerungsstörung ist eine Sammelbezeichnung für Miktionsstörungen bezüglich Blasendruckentwicklung, Koordination, Sensorik und/oder Effektivität der Entleerung bei gestörter Funktion des unteren Harntrakts mit Dysurie, Harnverhalt und Bildung von Restharn.

Zur Darmentleerungsstörung zählen Stuhlinkontinenz, Obstipation und andere Formen der gestörten Stuhlentleerung, die häufig durch eine Beckenbodenschwäche hervorgerufen werden.

Bei der Endometriose kommt Endometrium-ähnliches Gewebe außerhalb des Cavum uteri vor. Sie kann im Verlauf eine fortschreitende Entwicklung nehmen und symptomatische Beeinträchtigungen bei den betroffenen Patientinnen auslösen.

Bei der LION (laparoskopische Implantation einer Neuroprothese)-Prozedur von Prof. Possover handelt es sich um eine sakrale Neurostimulation (SNS) mit sogenanntem Blasenschrittmacher.

Während bei der als „Ultima Ratio“ durchgeführten normalen Sakralstimulation die Elektroden für die Nervenstimulation über den Rücken durch Punktionstechnik eingebracht werden, erfolgt hier ein intraoperative Elektrodenanlage über einen laparoskopischen Zugang meist in Kombination mit operativer Therapie einer primär ursächlichen Endometriose.

Die Operation mit der LION-Prozedur wird derzeit weltweit an nur einem Zentrum von Prof. Dr. M. Possover selbst durchgeführt. Die Methode ist nicht evaluiert und Langzeitdaten zu nach dieser Methode operierten Patientinnen fehlen.
Urteile LSG NRW (L 16 566/10) vom 14.07.2011
Art der Leistungserbringung Behandlung im Ausland - Schweiz - (stationär)
Fazit
  • Eine Kostenübernahme kann der GKV sozialmedizinisch nicht empfohlen werden.
  • Es ist vorrangig auf die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie in Deutschland (ggf. zu spezifischen Fragestellungen) zu verweisen.
Kommentare/Hinweise

Es konnte nicht geklärt werden, ob ausreichend erprobte, in der Schweiz zulässige (ggf. gar für den Einsatz in der EU zertifizierte) Medizinprodukte zum Einsatz kommen und ob der andere Zugangsweg bzw. in der Kombination Elektrode/Generator auch der Einsatz innerhalb der von den Herstellern vorgegebenen Zweckbestimmung erfolgt.

Als Alternative stehen zahlreiche interdisziplinäre Endometriose-Zentren in Deutschland zur Verfügung (zertifizierter Zentren siehe http://www.endometriose-vereinigung.de/zertifizierte-zentren.html).

Rückfragen/Rückmeldungen bitte an MFB Methodenbewertung.