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Epiduroskopie

Methode

Epiduroskopie

Synonyme: epiduroscopy, periduroscopy, epiduraloscopy, extraduroscopy, spinal endoscopy, epidural spinal endoscopy                                                                                                          

OPS

1-698 Diagnostische Endoskopie durch Punktion, Inzision und intraoperativ am Zentralnervensystem (inkl. Bohrlochtrepanation)

1-698.1 Intraspinale diagnostische Endoskopie

8-910 Epidurale Injektion und Infusion zur Schmerztherapie (inkl. Injektion oder Infusion von Lokalanästhetika oder Opioiden unter der Geburt

8-914.12 Injektion eines Medikamentes an Nervenwurzeln und wirbelsäulennahen Nerven zur Schmerztherapie: Mit bildgebenden Verfahren: An der Lendenwirbelsäule
 

Indikation Rückenschmerzen, insbesondere mit radikulärer Symptomatik, wirbelsäulennahe Schmerzsyndrome
ICD M50, - /M51, - /M53, - /M54,
Oberkategorie Therapie
(Haupt-)Fachgebiet Neurochirurgie/Orthopädie
Zuständigkeit in NR KHF
Datum Erstellung 01.06.2017
Dokumentenart Fachbereichsinformation
Autor Meike Hansen/Dr. Olaf Weingart
Datum der letzten Bearbeitung 12.06.2017
vorhandene Dokumente
Kurzbeschreibung

Ursache der meist chronisch rezidivierenden Schmerzen im Bereich des Rückens sind häufig degenerative Veränderungen wie z. B. Bandscheiben­vorfälle oder Folgen nach operativen Eingriffen.

Die Klassifizierung erfolgt nach Ursache, Dauer, Schweregrad und Chronifizierungsstadium. Hinsichtlich der Ursachen lässt sich eine weitere Unterscheidung in nicht spezifisch oder spezifisch vornehmen. Von nicht spezifischem Rückenschmerz wird gesprochen, wenn mit einfachen klinischen Mitteln keine Ursache gefunden werden kann. Spezifische Rückenschmerzen beruhen auf einer bestimmten Ursache wie z. B. Fraktur, Tumor, Infektion, Radikulopathie oder Neuropathie.

Die Epiduroskopie dient der Abklärung von Schmerzsyndromen oder pathologischen Befunden im Bereich des Rückenmarks und intraspinalen Nervenwurzeln. Für die Untersuchung wird der Patient in Bauchlage gebracht. Das Epiduroskop (ca. 40 bis 90 cm lang mit einem äußeren Durchmesser von 2 bis 2,8 mm) wird in Lokalanästhesie über Hiatus sacralis unter Bildwandler-Kontrolle in den dorsalen Epiduralraum eingeführt. Adhäsionen werden mechanisch mit der Spitze des Endoskops durch Dilatation des Epiduralraums oder den Fluss der Spüllösung gelöst. Auch der Einsatz eines Lasers ist möglich.

Mit dem Epiduroskop kann an den Vernarbungen im Epiduralraum eine medikamentöse Behandlung durchgeführt werden. Es können Kochsalz, Lokalanästhetika, Steroide, narbenlösende Substanzen wie Hyaluronidase appliziert werden.

Die Epiduroskopie unterscheidet sich durch die eingesetzten Endoskope sowie Lokalisation und Art der Intervention von weiteren endoskopischen Verfahren der Wirbelsäulen- und Bandscheiben-chirurgie (z. B. endos­kopische Diskektomie).

Urteile LG Münster Urteil vom 31. Juli 2008 Az. 11 O 1033/05
Art der Leistungserbringung
  • stationär
  • grundsätzlich auch ambulant möglich, jedoch nicht im Leistungskatalog der GKV (NUB im Sinne von § 135 SGB V)
Fazit

Die Epiduroskopie zur Behandlung von Rückenschmerzen, insbesondere mit radikulärer Symptomatik sowie wirbelsäulennaher Schmerzsyndrome ist nicht Bestandteil des EBM.

 

Es handelt sich nicht um ein allgemein empfohlenes Standardverfahren. Die Kriterien des BSG zum anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnis sind nicht als erfüllt anzusehen.

 

Unabhängig von der Indikationsstellung und ggf. leistungsrechtlichen Zuordnung ist bei der Epiduroskopie zur Behandlung von Rücken­schmerzen, insbesondere mit radikulärer Symptomatik sowie wirbelsäulennaher Schmerzsyndrome von einer experimentellen Methode auszugehen, da ein ausreichender Nutzenbeleg durch randomisiert kontrollierte klinische Studien im Sinne der §§ 2 und 12 SGB V fehlt.

Kommentare/Hinweise

Es ist darauf hinzuweisen, dass in der Regel ausreichend alternative Therapieformen zur Verfügung stehen. Die Alternativen sind abhängig von der jeweiligen Indikation. Als GKV-Leistung stehen, insbesondere bei den häufig rezidivierenden chronischen Schmerzpatienten multimodale Schmerztherapie, Injektion ohne Zugabe von Cortison, ergänzt um Physiotherapie und ggf. auch eine Rehabilitation zur Verfügung.

Sollten sich Fragen zur Einschätzung der Studienlage ergeben, kontaktieren Sie uns bitte per Mail an die Mailbox MFB Methodenbewertung