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Laserepilation bei Sinus pilonidalis in der Rima ani

Methode Laserepilation bei Sinus pilonidalis in der Rima ani
OPS NN
Indikation Sinus pilonidalis
ICD L05.9 Pilonidalzyste ohne Abszess
Oberkategorie Therapie
(Haupt)Fachgebiet Dermatologie/Chirurgie
Zuständigkeit in NR SFB
Datum Einstellung 28.05.2019
Dokumentenart Kurzinfo des Medizinischen Dienstes Nordrhein
Autor Meike Hansen
Datum der letzten Bearbeitung

29.04.2019

Sollten sich aus Ihrer Auftragsbearbeitung neue Erkenntnisse ergeben, informieren Sie uns bitte darüber per Mail an die Mailbox MFB Methodenbewertung.
vorhandene Dokumente -
Kurzbeschreibung

Krankheitsbild(er):
Der Sinus pilonidalis ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung im subkutanen Fettgewebe in der Rima ani (Gesäßfalte). Es werden 3 Erscheinungsbilder des Pilonidalsinus unterschieden: 1. die asymptomatische (inzidentell entdeckte), 2. die akut abszedierende und 3. die chronische Form. Meist finden sich im Sinus Granulationsgewebe, Haare und Zelldetritus.

Zur Methode der Laserepilation:
Das Verfahren, welches mit Licht arbeitet, umfasst 2 Methoden:

  1. Laserepilation (Dauer-Laser): Ein Verfahren, bei dem das Haar einem mit einer festen Wellenlänge arbeitenden Lichtimpuls ausgesetzt wird. Die lokale Wärmeentwicklung führt zu einer Verödung der Haarwurzel.
    Laser:
    - Alexandrit-Laser (755 nm)
    - Dioden-Laser (800 bzw. 810 nm)
    - langgepulster Nd-YAG-Laser (1064 nm)
  2. IPL-Technik (Epilation mit Blitzlampe): Ein Verfahren zur Haarentfernung, bei dem das Licht stoßartig mit einer komplexen Lichtquelle abgegeben wird (gepulstes Licht, IPL).

Die Verfahren der Lichttechnik können nur bei dunklen Haaren mit dunkler Wurzel Erfolge erzielen. Dunkle Haare enthalten das Pigment Melanin, welches die Wirkung des Lichts absorbieren kann. Die Haarwurzel von hellen und grauen Haaren können das Licht nicht aufnehmen und daher auch nicht zerstört werden.

In der Regel sind mehrere Behandlungen und spätere Wiederholungsbehand-lungen notwendig. Der Erfolg einer Laserbehandlung zeigt sich unter Umständen erst nach Monaten und richtet sich auch nach individuellen Faktoren wie Haarwachstumszyklus, Haarfarbe, Hauttyp und Körperregion.

Als Vorteil der Laserbehandlung wird die definitive Haarentfernung gesehen, da hierdurch kein Bruch- und Schnitthaar erzeugt werde.

Der Nutzen einer Laserepilationsbehandlung zur Rezidivprophylaxe ist bisher in Studien nicht belegt (1).

Urteile Keine bekannt
Art der Leistungserbringung Ambulant jedoch nicht im Leistungskatalog der GKV (NUB im Sinne von § 135 SGB V)
Fazit

Die Laserepilation in der Rima ani bei Sinus pilonidalis ist nicht Bestandteil des EBM.

Kommentar/Hinweise

Die Epilation durch Elektrokoagulation ist für diese Region laut EBM GOP 02300/10340 nicht vorgesehen.

Die Haarentfernung mit einem Rasierer erhöht die Rate der Langzeitrezidive nach einer Operation wegen Sinus pilonidalis und sollte daher nicht empfohlen werden (2).

Literatur:

  1. Ommer A, Berg E, Breitkopf C, Bussen D, Doll D, Fürst A, et al. S3-Leitlinie: Sinus pilonidalis. coloproctology. 2014;36(4):272-322. [Link: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/081-009.html ]
  2. Furtwängler A. Langzeitwirkung der postoperativen Epilation beim Sinus pilonidalis. coloproctology. 2011;33(1):47-. [Link: http://rd.springer.com/article/10.1007/s00053-010-0154-z ]